Jul 30 2020

Musterhäuser anschauen schleswig holstein

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Geestharden Häuser sind in der Regel strohgedeckt. Um zu verhindern, dass sich Regenwasser im Stroh ansammelt, haben die Dächer eine sehr steile Steigung. Die meisten Häuser haben auch einen Giebeldormer (Zwerchgiebel) mit einem halbhippen Dach über dem Eingang, d.h. ein Giebel, der im rechten Winkel zum Hauptdachkamm verläuft. Diese Konstruktion ermöglicht es, das Haus im Brandfall zu evakuieren, ohne dass die entwirren Bewohner mit brennendem Stroh befallen. Geestharden-Häuser kommen vorwiegend in Südschleswig in Deutschland und Nordschleswig in Dänemark vor. Ihre Entwicklung ist noch weitgehend unerforscht, die Forschungen, die während der Zeit des Nationalsozialismus durchgeführt wurden, waren bis zu einem gewissen Grad umstritten, weil es damals Versuche gab, die verschiedenen Haustypen mit ethnischen Gruppen zu verknüpfen und damit territoriale Ansprüche zu unterstützen. Geestharden-Häuser sind jedoch selten die einzige Art von Haus in einer Region, sie sind oft zusammen mit vierseitigen Bauernhöfen (Vierseithöfen) oder – vor allem im südlichen Teil Südschleswigs – mit niederdeutschen Hallenhäusern zu finden. So wurden die Einnahmen der Herzogtümer in drei gleiche Anteile aufgeteilt, indem die Einnahmen bestimmter Gebiete und Landgüter jedem der älteren Brüder zugeteilt wurden, während andere allgemeine Einnahmen, wie Steuern aus Städten und Zollabgaben, zusammen erhoben wurden, dann aber unter den Brüdern aufgeteilt wurden. Die Ländereien, deren Einnahmen den Parteien zugeteilt wurden, ließen Holstein und Schleswig wie Flickenteppiche aussehen, was die Entstehung separater neuer Herzogtümer, wie sie von den Nachlässen der Herzogtümer beabsichtigt sind, technisch verhinderte. Die säkulare Herrschaft in den fiskalisch geteilten Herzogtümern wurde so zu einer Eigentumswohnung der Parteien. Als Herzöge von Holstein und Schleswig trugen die Herrscher beider Häuser den offiziellen Titel “Herzog von Schleswig, Holstein, Dithmarschen und Stormarn”.

In vielen friesischen Häusern wurden die Wände der Pesel, Döns oder Kellerkammer mit niedersächsischen Wandfliesen oder Delftware bedeckt. Sie hatten oft biblische Szenen, Bilder von Schiffen oder ländliche Szenen mit blauer oder lila Verglasung in kreisförmigen Designs auf weißem Hintergrund. Die Motive wurden nicht wiederholt. 19Die Welle der Architekturreform traf erstmals Nordschleswig mit dem Bau der neuen Kreisverwaltung in T`nder (Tondern) 1908 durch die Architekten Ernst Paulus (1868-1935), August Dinklage (1849-1920) und Olaf Lilloe (1872-1943), die nach einem öffentlichen Wettbewerb ausgewählt wurden. Anschließend initiierte der deutsche Kreishauptmann Friedrich Wilhelm Rogge gemeinsam mit lokalen Heimatschutzarchitekten die Förderung des Vereins Baupflege Tondern, dem ersten seiner Art in Schleswig-Holstein. Im Laufe einiger Jahre gelang es dem Verein durch Öffentlichkeitsarbeit, die Ausbildung von Baumeistern und die Information der Volkstradition, ein neues Verständnis des “Hausbaus” sowohl bei den offiziellen Baubehörden als auch bei privaten Bauherren zu wecken.

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